Bewerbungsgespräch

Drei Personen im Bewerbungsgespräch

Das Bewerbungsgespräch ist ein Gespräch zwischen einem potentiellen Arbeitgeber und einem Bewerber. Wird man dazu eingeladen, hat man dem Unternehmen meistens im Vorfeld eine schriftliche Bewerbung zugesandt.

Oftmals geht einem persönlichen Bewerbungsgespräch auch ein telefonisches Interview voraus. Du erhältst darin die Gelegenheit, dich persönlich mit den Erwartungen des Arbeitgebers auseinanderzusetzen und treffende Argumente für deine Einstellung zu liefern.

Für eine Einstellung reichen dem Unternehmen die schriftlichen Unterlagen nicht aus, denn abgesehen von der fachlichen Eignung, die man zum Teil deiner Bewerbung entnehmen kann, werden deine persönlichen Fähigkeiten einer Prüfung unterzogen.

Die Vorbereitung

Sollte dir unternehmensseitig nicht genannt worden sein, wer dein/deine Gesprächspartner sind, so informiere dich vorab telefonisch darüber, um das Gespräch so erfolgreich wie möglich zu bewältigen.

Beim Bewerbungsgespräch sollte angemessene Kleidung selbstverständlich sein. Triff die Kleiderwahl vor dem Hintergrund, dass du das Unternehmen zu jeder Zeit nach außen hin repräsentieren könntest.

Des Weiteren solltest du Duplikate deiner Bewerbung, der Stellenanzeige und der bis dahin geführten Korrespondenz in deinen Unterlagen zur Hand haben. Wichtig sind auch Stift und Papier, um dir die wichtigsten Fragen und Antworten zu notieren - dadurch erweckst du einen engagierten und interessierten Eindruck bei deinem Gesprächspartner.

Hilfreich können ebenfalls Buchtipps bei der Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch sein.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass du dich auf die wichtigsten Fragen vorbereitest, die in einem Bewerbungsgespräch gestellt werden könnten.

Mögliche Fragen

,,Was wissen Sie von unserem Unternehmen?"

Hol dir z.B. über das Internet, Handelsregister, Wirtschaftsverbände u.ä. Informationen über das Unternehmen, z.B. über:

Standorte, Unternehmensstruktur, Anzahl der Mitarbeiter, Produkte und Serviceleistungen, Brancheninformationen, Kunden, Konkurrenz-situation, Eigentumsverhältnisse oder die Unternehmensphilosophie.

,,Wieso bewerben Sie sich bei unserem Unternehmen?"

Man sollte die Informationen, die man sich vom Unternehmen angeeignet hat, bei dieser Antwort als Argumente einfließen lassen.

,,Erzählen Sie uns etwas über sich selbst."

Hier erhält man die Gelegenheit zur Selbstpräsentation (siehe unten). Man sollte Berufserfahrung und Qualifikationen nennen und erläutern, warum man sich im Besonderen für die Stelle eignet.

,,Welche sind Ihre Stärken?"

Man sollte mindestens 3 Stärken nennen können, die aber nicht pauschal sein sollten und auf jeden anderen auch zutreffen könnten. Sie sollten individuell und mit Beispielen aus Praktika oder berufsnahen Erfahrungen verdeutlicht werden.

,,Nennen Sie uns bitte eine Ihrer Schwächen."

Auf drei Stärken sollte eine Schwäche kommen. Anstatt eine als Schwäche getarnte Stärke zu nennen, sollte eine tatsächliche Schwäche in Verbindung mit Wörtern wie "manchmal", "ab und zu", "es kommt vor", "früher" dem Gesprächspartner näher gebracht werden. Verdeutlicht an einem Beispiel sollten daraufhin die Bemühungen erwähnt werden, die man erbracht hat, um die besagte Schwäche zu überwinden.

,,Können Sie die Lücken in Ihrem Lebenslauf erklären?"

Diese Frage sollte ehrlich und ruhig beantwortet werden. Versuche hierbei, die Erfahrungen zu skizzieren, die du in dieser Zeit gesammelt hast und welche sich positiv auf die angestrebte Position auswirken würden.

,,Bestehen noch Fragen von Ihrer Seite?"

Nun kann man sein Interesse am Unternehmen und der Tätigkeit bekunden. Man sollte unbedingt diese Gelegenheit nutzen, weil dies ansonsten als Desinteresse gewertet werden könnte. Die Fragen sollten sich gezielt auf die neue Position, die Tätigkeiten, die Einarbeitung sowie auf Kollegen und Vorgesetzte beziehen.

,,Welcher Glaubensrichtung gehören Sie an?"

Dies ist eine unzulässige Frage, die nicht beantwortet werden muss. In so einem Fall ist eine Lüge gesetzlich zugelassen und eventuell eleganter als eine Weigerung, darüber Auskunft zu geben.

,,Wie viele Windeln werden in Deutschland jährlich verbraucht?"

Hierbei handelt es sich um eine unerwartete Frage, bei der die Reaktion eines Bewerbers geprüft werden soll.

Laut des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes dürfen keine Fragen mehr zum Alter oder Familienstand gestellt werden.

Die Anreise 

Bei der Anreise solltest du sämtliche Eventualitäten wie Staus, Pannen und auch den Umstand, sich in einer fremden Stadt orientieren zu müssen, einkalkulieren. Nehme eine Anfahrtsbeschreibung mit und halte auch die Kontaktdaten des Unternehmens bereits, falls ein Anruf von unterwegs nötig wird.

Vermeide es allerdings, Nachtfahrten zu unternehmen und dann unausgeschlafen zum Gespräch zu erscheinen. Bei weiteren Anreisen kann man überwiegend auf das Entgegenkommen des Unternehmens zählen, welches einem in aller Regel einen späteren Termin am Tag anbieten würde.

Üblich ist, dass die Reisekosten sowie auch die Übernachtungskosten vom potentiellen neuen Arbeitgeber übernommen werden.

Deine Anreise kann ebenfalls zu Beginn des Bewerbungsgespräches als Thema eines kleinen Samll-Talks dienen, welches die Stimmung unter allen Beteiligten etwas auflockert.

Der erste persönliche Kontakt

Die ersten Sekunden in einem Bewerbungsgespräch spielen eine bedeutende Rolle, da sich hier schon eine erste Meinung über den Bewerber gebildet wird. Es ist daher wichtig, dass du pünktlich bist. Sei also lieber ein paar Minuten zu früh als auch nur eine Minute zu spät. Halte zu deinem Gesprächspartner Blickkontakt und begrüße ihn mit einem festen Händedruck. Spreche ihn mit seinem Namen an ("Guten Tag Herr Schmidt") und stelle dich auch selber mit deinem Vor- und Nachnamen vor.

Die Gesprächspartner

Das Bewerbungsgespräch kann von einem Personalverantwortlichen bzw. Personalberater, Fachvorgesetzten oder dem Geschäftsführer bzw. Firmeninhaber geführt werden.

Der Personalverantwortliche hat primär Interesse an deinen persönlichen Fähigkeiten, die er mit gezielten Fragen nach deiner Leistungsmotivation, deiner Entwicklung in der Schule bzw. im Studium und deiner Persönlichkeit zu erfassen versucht. Er bewertet dein allgemeines Auftreten während des Bewerbungsgesprächs.

Dagegen begutachtet der Fachvorgesetzte deine fachlichen Qualifikationen. Er sollte davon überzeugt werden, dass du die benötigten Voraussetzungen, das Wissen und die Erfahrung für die angestrebte Position mitbringst.

Den Geschäftsführer überzeugst du am ehesten, indem du verdeutlichst, wie viel Leistungsbereitschaft du mitbringst, um das Unternehmen voranzutreiben.

Des Weiteren solltest du die eigenen Leistungen und Erfolge immer an Beispielen verdeutlichen.

Damit kannst du überzeugen

Beim Bewerbungsgespräch gilt es, den Gesprächspartner von deinen fachlichen Fähigkeiten sowie persönlichen Fähigkeiten zu überzeugen. Diese sollten auf die Wünsche des Unternehmens und die Anforderungen an die jeweilige Position abgestimmt sein.

Der Bezug deiner Fähigkeiten zur angestrebten Position sollte während des Gesprächs deutlich dargestellt werden. So ist es unerlässlich, die Erfahrungen aus Praktika, Projektarbeiten, Werkstudententätigkeiten, Diplomarbeiten und vorangegangene Berufserfahrungen in die Selbstpräsentation einfließen zu lassen. Dabei solltest du die Tätigkeiten, die einen Bezug zu deiner angestrebten Position haben, sowie auch Zusatzqualifikationen primär herausstellen.

Sofern du die Anforderungen, die an einen Bewerber gestellt werden, erkannt hast, solltest du Beispiele, die für deine persönlichen Fähigkeiten sprechen, deutlich benennen. Skizziere hierbei dein eigenes Profil so individuell wie möglich. Durch berufsnahe Beispiele gibst du deinem Gesprächspartner die Gelegenheit, sich ein individuelles und kompetentes Bild von dir zu machen.

Vermeide unbedingt leere Floskeln, Negativformulierungen sowie eine übertrieben positive Selbstbewertung oder aber auch Selbstanklagen.

Die Körpersprache

Über 50% der Informationen über die eigene Persönlichkeit werden durch die Körpersprache vermittelt. Dazu zählt dein Auftreten, dein Gang, deine Sprechweise, deine Körperhaltung sowie Mimik und Gestik.

Die Gesamtausstrahlung eines Bewerbers sollte im Allgemeinen positiv sein, d.h. du solltest lächeln und eine offene und aufrechte Körperhaltung haben. Es ist wichtig, immer Blickkontakt zum Gesprächspartner zu halten, wodurch du Aufmerksamkeit und Interesse an deinem Gegenüber signalisierst.

Du solltest vermeiden, mit deinen Haaren oder Gegenständen zu spielen, deinen Oberkörper vom Gesprächspartner abzuwenden oder deine Arme vor deiner Brust zu verschränken. Dies erweckt bei deinem Gegenüber den Eindruck von Unsicherheit, Verlegenheit und schlimmstenfalls Ablehnung.

Gehaltsverhandlungen

Die Diskussion über das gewünschte Gehalt sollte, wenn überhaupt, am Ende des Bewerbungsgesprächs geführt werden. Du solltest eine realistische Gehaltsvorstellung äußern, wobei du Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien sowie Sonderleistungen mit in dein gewünschtes Brutto-Jahresgehalt einbeziehen solltest. Den Gehaltswunsch solltest du immer mit Berufspraxis, einsetzbarem Wissen sowie Spezialkenntnissen rechtfertigen.

Informiere dich bereits im Voraus darüber, welches Gehalt Berufseinsteiger bzw. erfahrene Mitarbeiter verlangen dürfen, wodurch du deinem Gesprächspartner eine gewisse Vertrautheit mit der Branche vermittelst. Hilfreich hierbei sind Gehaltsrechner, die dir bei einer realitschen Gehaltseinschätzung dienlich sein können.

Nachbereitung

Nach dem Bewerbungsgespräch kannst du dich telefonisch über den Fortgang des Einstellungsverfahrens auf dem Laufenden halten. Dadurch zeigst du Engagement und bringst dich gleichzeitig in Erinnerung. Außerdem solltest du das Bewerbungsgespräch auswerten und dir die Frage stellen, ob du wirklich Teil des Unternehmens werden möchtest. Denn genauso wie der Personalverantwortliche musst du ebenso eine Entscheidung treffen, die frei von eitlen Motiven gefällt werden sollte.

Zwei bis vier Wochen nach dem Bewerbungsgespräch kannst du zum Telefon greifen und formale Fragen zum weiteren Ablauf stellen wie z.B.: ,,Könnten Sie mir den genaueren Zeitrahmen nennen, in dem die Entscheidung über die Besetzung der Stelle fällt?" Oder du verfasst einen Nachfassbrief.

Neben einer Zusage oder Absage gibt es die Möglichkeit, im Anschluss an ein erfolgreich geführtes Bewerbungsgespräch, eine Einladung zu einem zweiten Gespräch oder zu einem Assessment-Center zu erhalten. Dies ist ein Gruppenauswahlverfahren, dessen Bewältigung schließlich über deinen Eintritt in das Unternehmen entscheidet.