Arbeitgeber-Rankings: Kaum aussagekräftig

Siegertreppchen mit Spiegelung

Rankings gibt es wie Sand am Meer. Gerade Studienanfänger sehen in den Uni-Rankings eine gute Orientierungsmöglichkeit für die Wahl ihrer Wunsch-Uni. Ob und wie hilfreich diese Rankings wirklich sind, sei mal dahin gestellt. Aber nicht nur Unis, sondern auch Arbeitgeber schmücken sich zunehmend mit Auszeichnungen wie „Top Job“ oder „Top Arbeitgeber“. Aber auch der Titel „Great Place to work“ findet sich immer häufiger auf den Seiten einiger Unternehmen. Allerdings sind solche Auszeichnungen wenig hilfreich für arbeitsuchende Absolventen.

Arbeitgeberwettbewerbe funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Wer zahlt, ist dabei. Mit dem sogenannten Benchmarking werden mehrere Unternehmen einer Kategorie gegenübergestellt und zum Beispiel im Hinblick auf Unternehmenskultur und Vergütung verglichen. Die Ergebnisse variieren stark und sind so als Orientierungshilfe für Jobsuchende nur bedingt geeignet. Arbeitgeber, die ohnehin bei den Absolventen als beliebt gelten, haben es quasi gar nicht nötig, an solchen Wettbewerben teilzunehmen. Google, Audi und Co. werden demnach kaum mit den Auszeichnungen werben müssen. Zudem investieren häufig nur die Unternehmen in derartige Wettbewerbe, die sich sicher sind, dass sich die Investition auch lohnt und sie mit einer positiven Auszeichnung rechnen können.

Das ist natürlich nur ein Teil der ziemlich komplexen und unterschiedlichen Bewertungsmethoden. Oft werden auch Studenten gezielt gefragt, bei welchen Unternehmen sie gerne arbeiten möchten. Solche Image-Erhebungen dienen den Unternehmen aber vielmehr als Gradmesser für den eigenen Marktwert, denn kaum ein Student wird realistische Auskünfte über die Arbeitsbedingungen bei seinem Wunscharbeitgeber machen können. Alles in allem sind die Arbeitgeberwettbewerbe mit Vorsicht zu genießen, denn oft steckt vielmehr der reine Eigennutz für das Unternehmen dahinter, als eine unabhängige und aussagekräftige Orientierungshilfe für Jobsuchende. Wer es genau wissen will, sollte sich auf Informationen aus erster Hand verlassen und Freunde und Kollegen zu ihren Erfahrungen befragen. Die sind oft aussagekräftiger und authentischer, als jedes Gütesiegel.