KI-Kenntnisse im Lebenslauf richtig formulieren
Hallo und herzlich willkommen!
Du nutzt ChatGPT regelmäßig, kannst gute Prompts formulieren und setzt KI bei deiner Arbeit ein. Doch dann kommt die entscheidende Frage:
Wie schreibst du das eigentlich in deinen Lebenslauf?
„ChatGPT – gute Kenntnisse“ wäre zwar schnell geschrieben, sagt aber erstaunlich wenig aus.
Ein überzeugender Lebenslauf zeigt stattdessen, was du mit KI konkret machen kannst.
Wo gehören KI-Kenntnisse in den Lebenslauf?
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, im Lebenslauf relevante besondere Kenntnisse aufzuführen. Dazu können beispielsweise Computer- und Softwarekenntnisse gehören. Entscheidend ist, dass die Kenntnisse zur Stelle passen.
Für KI-Kompetenzen eignen sich beispielsweise Überschriften wie:
- KI- und Softwarekenntnisse
- Digitale Kompetenzen
- IT- und KI-Kenntnisse
- Zusätzliche Kenntnisse
Welche Variante du wählst, hängt vom Umfang deiner Kenntnisse und von der Stelle ab.
Warum „ChatGPT: gute Kenntnisse“ nicht reicht
Stell dir zwei Lebensläufe vor.
Variante A:
ChatGPT – gute Kenntnisse
Variante B:
Generative KI: Einsatz von ChatGPT für Recherche, Texterstellung und Strukturierung von Inhalten; fachliche Prüfung und Überarbeitung der Ergebnisse
Welche Variante sagt mehr über den Bewerber aus?
Ganz klar: Variante B.
Sie zeigt nicht nur ein Tool, sondern eine Anwendungskompetenz.
Eine einfache Formel für gute Formulierungen
Eine gute KI-Angabe lässt sich häufig nach diesem Muster formulieren:
Tool oder Kompetenz + Anwendung + gegebenenfalls Ergebnis
Zum Beispiel:
ChatGPT + Texterstellung + redaktionelle Überarbeitung
Oder:
Microsoft Copilot + Unterstützung bei Office-Aufgaben + effizientere Arbeitsvorbereitung
Oder:
Generative KI + Recherche + Strukturierung komplexer Informationen
Beispiele für verschiedene Berufe
Marketing
Generative KI: Erstellung und Optimierung von Content, Ideenentwicklung und Variantenbildung
Personalwesen
KI-Anwendungen: Unterstützung bei Stellenanzeigen, Textentwürfen und Strukturierung von Bewerberinformationen
Vertrieb
Generative KI: Vorbereitung von Kundenterminen, Zusammenfassung von Informationen und Erstellung von Gesprächsentwürfen
Redaktion
KI-gestützte Content-Erstellung: Rechercheunterstützung, Strukturierung und Überarbeitung von Textentwürfen
IT
KI-gestützte Entwicklung: Unterstützung bei Codeanalyse, Dokumentation und Fehlersuche
Büro und Verwaltung
Generative KI: Unterstützung bei Textentwürfen, Informationsaufbereitung und Dokumentation
Wie stark sind deine KI-Kenntnisse?
Du solltest deine Kenntnisse realistisch einschätzen.
Anfänger
„Grundkenntnisse in der Nutzung generativer KI für Recherche und Textentwürfe“
Fortgeschritten
„Fortgeschrittene Kenntnisse in Prompting und KI-gestützter Texterstellung“
Erfahren
„Erfahrung in der Entwicklung KI-gestützter Workflows und der fachlichen Qualitätssicherung von KI-generierten Inhalten“
Wichtig: Verwende die höchste Stufe nur dann, wenn du sie im Gespräch auch mit konkreten Beispielen belegen kannst.
KI-Kompetenz mit Berufserfahrung verbinden
Noch überzeugender wird die Angabe, wenn KI nicht isoliert im Lebenslauf steht.
Beispielsweise:
2024–heute | Online-Marketing Manager
Einsatz generativer KI zur Unterstützung bei Content-Erstellung, Themenrecherche und Variantenbildung.
Damit wird klar, dass die KI-Kenntnisse tatsächlich im Berufsalltag eingesetzt werden.
Auch eigene Projekte können zählen
Du hast noch keine berufliche KI-Erfahrung?
Dann können eigene Projekte interessant sein.
Beispielsweise:
Eigenprojekt: KI-gestützter Content-Workflow
Entwicklung eines Workflows zur Strukturierung und Überarbeitung längerer Textinhalte mit generativer KI.
Besonders für Berufseinsteiger oder Quereinsteiger kann das eine gute Möglichkeit sein, praktische Kenntnisse sichtbar zu machen.
Was gehört besser nicht in den Lebenslauf?
Vermeide Formulierungen wie:
„KI-Profi“
„KI-Experte“
„ChatGPT-Guru“
„Sehr gute KI-Kenntnisse“
wenn du keine konkreten Erfahrungen dahinterlegen kannst.
Solche Begriffe sind schwer überprüfbar und können im Vorstellungsgespräch schnell unangenehm werden.
Der Lebenslauf sollte trotzdem übersichtlich bleiben
Auch die beste KI-Kompetenz darf deinen Lebenslauf nicht überladen.
Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt einen übersichtlichen, klar strukturierten Lebenslauf und betont, dass relevante Kenntnisse auf die jeweilige Stelle abgestimmt werden sollten.
Du musst also nicht jede KI-Anwendung aufführen, die du jemals ausprobiert hast.
Relevanz vor Vollständigkeit.
Fazit
KI-Kenntnisse wirken im Lebenslauf dann überzeugend, wenn sie konkret sind.
Schreibe nicht nur:
„ChatGPT – gute Kenntnisse“
sondern zeige, wofür du KI einsetzt und welche Fähigkeiten dahinterstehen.
So wird aus einem modernen Buzzword eine nachvollziehbare berufliche Kompetenz.
Im nächsten Teil schauen wir uns genauer an, ob du konkrete Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Gemini überhaupt beim Namen nennen solltest.
Bis zum nächsten Mal, bleib fokussiert und bewerberglücklich!
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